An- und Umbau Apotheke Vitaluce
Hochdorf
Mit dem Auszug der Bankfiliale eröffnet sich die Möglichkeit, ein gewachsenes Bestandsgebäude im Zentrum von Hochdorf für eine neue Nutzung als Apotheke zu transformieren. Der Entwurf greift die Chance auf, das Erdgeschoss durch einen präzise gesetzten Anbau zu erweitern und die bestehende Struktur in ihrer Substanz zu stärken, nicht zu verdrängen.
Die Umnutzung folgt einem stringenten funktionalen Konzept: Während das Erdgeschoss zum neuen Hauptraum der Apotheke wird, dienen die Obergeschosse weiterhin als Labor- und Büroflächen. Der eingeschossige Erweiterungsbau schliesst als eigenständiger Körper an den Bestand an – mit einem feingliedrigen Fassadenrhythmus, raumhohen Fenstern und einem zurückversetzten Eingang, der sich bewusst der Bankstrasse zuwendet. Die bestehende Schalterhalle wird zum zentralen Kundenbereich umgenutzt, der sich klar vom Sekundärbereich mit Labor- und Beratungsräumen abgrenzt.
Der neue Baukörper vermittelt in seiner Geometrie zwischen Alt- und Neubau. Eine geknickte Fassadenlinie, abgedrehte Gebäudeteile und ein auskragendes, schwebendes Dach schaffen eine spielerische Spannung zur Strenge des Altbaus. Die Materialisierung mit Sichtbeton, strukturierten Oberflächen und einer zurückhaltenden Farbpalette führt zu einem ruhigen, aber eigenständigen Ausdruck. Farblich akzentuiert wird die Architektur durch die in Blautönen eingefärbte Dachuntersicht, die dem Eingangsbereich eine besondere Präsenz verleiht.
Mit dieser Intervention entsteht ein Ensemble, das städtebaulich auf Kontinuität setzt, aber im architektonischen Ausdruck bewusst Differenz markiert – ein sorgfältiger Umbau, der Nutzungswandel und gestalterische Eigenständigkeit in Einklang bringt.